Unsere Aktivitäten

  • Neophyten – Charmante Weltenbummler oder gefährliche Aliens?
  • Das Teichalm-Moor – klein aber fein – und sein Lehrweg

Neophyten - charmante Weltenbummler oder gefährliche Aliens?

Was sind Neophyten?
Neophyten sind Pflanzen, die vom Menschen beabsichtigt (Zier- und Nutzpflanzen) oder unbeabsichtigt (verunreinigtes Saatgut, Waren, Verkehrsmittel) nach 1492 in ein neues Gebiet eingeführt werden.

Was ist das Problem?
Manche dieser Pflanzen - sie werden invasive Neophyten genannt - verbreiten sich so stark, dass sie einheimische Arten verdrängen und sogar zum Verschwinden bringen können,. Dies hat negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und auf das ökologische Gleichgewicht, es kommt beispielsweise zu Schwierigkeiten für Tiere, die auf spezielle Pflanzen angewiesen sind, oder zu gesundheitlichen Problemen für Menschen durch Allergien (Beifußblättrige Ambrosie) oder Hautreizungen bei Kontakt (Riesen Bärenklau). Durch verursachte Schäden in der Landwirtschaft werden Neophyten auch zum ökonomischen Problem.

Was soll getan werden?
Gemeinsam mit Berg- und Naturwacht, der Baubezirksleitung Oststeiermark und dem Land Steiermark ist der Naturparkverein aktiv bei der Bekämpfung von Neophyten:

- Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung
- Bestandsaufnahme von Neophyten-Standorten im Naturpark
- Ausreißen oder Mahd in Zusammenarbeit mit den Gemeinden

Bei jeder Art von Bekämpfung ist Schutzkleidung zu tragen, außerdem sollte die Arbeit wenn möglich bei bedecktem Himmel durchgeführt werden. Bei all diesen Maßnahmen darf nicht vergessen werden, dass immer eine mehrjährige Pflege von Nöten ist, da ein großes Samenpotential im Boden schlummert.
Helfen Sie mit bei der Bekämpfung der invasiven Neophyten!

Nähere Infos zu Erkennung und Bekämpfung der betreffenden Pflanzen und wie Sie helfen können, erhalten Sie im Naturparkbüro oder unter www.verwaltung.steiermark.at

Das Teichalm-Moor - klein, aber fein - und sein Lehrweg

Das Teichalm-Moor ist ein Hochmoor-Rest im Kernstück des Naturparks Almenland, der Teichalm, der im Vergleich zu anderen Mooren in der Steiermark klein ist, aber weil er der letzte Hochmoor-Rest im Grazer Bergland ist, ist er umso wertvoller.

Die Berg- und Naturwacht kümmert sich seit Jahren um die Erhaltung des Kleinods. Die umgebenden Wiesen sind aufgrund des Artenreichtums und ihrer Größe ebenfalls von außergewöhnlichem naturschutzfachlichem Wert. Dieser wurde im Rahmen des Projekts Aufladung Biodiversität von unserer Biodiversitätsexpertin Judith Drapela-Dhiflaoui im Jahr 2016 dokumentiert: Vegetationskarte und Pflanzen-Arten wurden in einer naturschutzfachlichen Beurteilung zusammengefaßt. Diese Ergebenisse und Informationen, die im Zuge von Gesprächen mit den Grundstückbesitzern zu Tage getreten sind, zum Beispiel über frühere Nutzungen , werden für die zeitgemäße Neugestaltung der Infrastruktur des Weges als Grundlage herangezogen, die für das Jahr 2019 geplant ist.

Naturpark Almenland

Fladnitz 100
8163 Fladnitz an der Teichalm
Telefon: 0043 3179/2300028
E-Mail: naturpark (at) almenland. at
Web: www.almenland.at

Aufladung Biodiversität in der Steiermark

Die sieben Naturparke der Steiermark - Almenland, Mürzer Oberland, Pöllauer Tal, Sölktäler, Steirische Eisenwurzen, Südsteiermark, Zirbitzkogel‐Grebenzen - arbeiten als „Naturparke Steiermark“ seit mehr als zehn Jahren erfolgreich zusammen.

In den Jahren 2016 - 2020 legen sie den Fokus ihrer Arbeit auf die Themen „Naturschutz & Biodiversität“. Das Naturparke-Handlungsfeld „Naturschutz“ wurde daher als Basis für die drei  Handlungsbereiche Bildung, Regionalentwicklung und Erholung definiert.
 Botschaftergruppen

Die steirischen Naturparke verfügen über ein österreichweit einzigartiges Netzwerk gut funktionierender Botschaftergruppen:

  • 7 Naturpark-Managements
  • 85 Naturpark-FührerInnen
  • 39 Naturparkschulen
  • 16 Naturpark-Kindergärten
  • 72 Naturpark-PartnerInnen
  • 22 landwirtschaftliche Betriebe (Agri-Cola)
  • 89 Naturpark-Spezialitäten-PartnerInnen
  • 33 Naturpark-Gemeinden
  • 8 Leader-Aktionsgemeinschaften
  • 5 Natura-2000-GebietsbetreuerInnen

Die Botschaftergruppen helfen gemeinsam mit den Naturparke-Managements die Artenvielfalt bei Pflanzen, Tieren und Lebensräumen zu sichern bzw. zu unterstützen.

Von der Theorie in die Praxis: Da jedoch die Arbeit in einem großen Netzwerk von Botschaftergruppen entsprechende Abstimmung braucht, wurde in einem "Vorprojekt" (08/2015 - 03/2016) die Erarbeitung und Spezifizierung der Projektinhalte und die organisatorische Planung des nun vorliegenden Umsetzungsprojektes „Aufladung Biodiversität“ durchgeführt. „Naturparke Steiermark“ erstellte in diesem Vorprojekt einen anspruchsvollen Aufgabenkatalog für sieben Biodiversitäts-ExpertInnen (BiologInnen, ÖkologInnen), die den sieben Naturpark-Managements in einem fixen Dienstverhältnis (!) erstmals ab Juli 2016 fachlich zur Seite stehen.

Hauptziel des Umsetzungsprojektes ist die Implementierung der in der „Biodiversitätsstrategie Österreich 2020+“ formulierten Ziele und Inhalte in die Arbeit mit den oben angeführten Botschaftergruppen. Dabei fungieren sieben BiodiversitätsexpertInnen hinsichtlich der Themen „Naturschutz & Biodiversität“ im Naturpark-Management als Anlaufstelle und Drehscheibe für die Bevölkerung. Sie tragen zu einer besseren Vernetzung der Botschaftergruppen bei, wirken unterstützend bei der Weiterentwicklung biodiverser Projekte & Produkte und fördern mit ihrem Fachwissen die inhaltliche Schärfung der Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Insgesamt geben sie in allen Naturpark-Bereichen Impulse zur Förderung der Artenvielfalt und begünstigen die Wahrnehmung für Biodiversität und deren Mehrwert.

Der sehr seltene Kreuz-Enzian braucht extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden. Bei einer Intensivierung würde er sofort verschwinden. Mehr Ertrag oder doch lieber mehr Biodiversität?
 

Konkrete Maßnahmen (Auswahl) im Umsetzungsprojekt:

  • 7 Biodiversitäts-ExpertInnen unterstützen die 7 Naturpark-Managements in der Umsetzung der Naturparkziele, der Prioritären Naturschutzziele des Landes Steiermark sowie der Österreichischen Biodiversitätsstrategie 2020+.
  • Sammlung von Biodiversitäts-Grundlagen: Schaffung einer soliden Datenbasis in Form einer online-Datenbank für Naturschutz- und Biodiversitätsprojekte in den Steirischen Naturparken in den letzten 30 Jahren.
  • Biodiversität & Tourismus: Betreuung der 72 Naturpark-Partner-Betriebe (zertifizierte Hotels, Pensionen, UaB-Betriebe) hinsichtlich Biodiversitätsthemen und Naturschutz: Umsetzung Ideenkatalog, Wettbewerb Naturpark-Partner des Jahres, Biodiversitäts-Betriebscheck, Aktionstag „Hoteliers betrieben ein gemeinsames Naturschutz-Projekt im Naturpark“.
  • Naturjuwele beleben: In jedem Naturpark werden 3 - 5 Naturerlebnisorte definiert, kartiert und naturschutzfachlich beschrieben (Steckbrief). Basis dafür sind bereits vorliegende Kriterien.
  • Upgrade & Produktion des Naturvermittlungsprogrammes „Natur wirkt!“: Das bereits sehr gut eingeführte Erlebnisprogramm wird stärker zum Transport der Inhalte des Naturschutzes und der Biodiversität genützt (zB. fachliche Beschreibung der Typuslandschaften).
  • Leuchtturmveranstaltungen in der Landeshauptstadt Graz-Herrengasse zu den Themen „Grünzeug von der Wiese“ (Frühjahr) und „Streuobst“ (Herbst).

Die Botschaftergruppen helfen gemeinsam mit den Naturparke-Managements die Artenvielfalt bei Pflanzen, Tieren und Lebensräumen zu sichern bzw. zu unterstützen.

Foto: OIKOS

Organisation & Finanzierung:

Das Projekt wird zeitlich in 2 Phasen umgesetzt:
1. Phase: 03/2016 - 03/2018 mit einer Zwischenevaluierung im 4. Quartal 2017
2. Phase: 03/2018 - 03/2020

Projektträger und Gesamtprojektleitung: Naturparke Steiermark
Externe fachliche Begleitung: Mag. Alois Wilfling (OIKOS, Gleisdorf)
Projektkosten für die 1. Phase: € 784.000 Euro (ELER M7.6.1, EU/Land)

Resümee: Dieses Projekt ist ein Meilenstein in der Naturpark-Entwicklung in der Steiermark. Die erstmalige Ausstattung aller sieben Naturparke mit ExpertInnen, die speziell für das Thema Biodiversität verantwortlich sind, führt zu einer personellen und inhaltlichen Aufladung der Naturparke und schafft hochwertige Arbeitsplätze. Die Naturparke entwickeln sich damit zu einem unverzichtbaren Partner bei der Umsetzung der Prioritären Naturschutzziele des Landes Steiermark.

-> Zusammenfassung und Zwischenbericht zur Aufladung Biodiversitaet als pdf

Stand: Jänner 2017

Naturparke Steiermark
Geschäftsführer Bernhard Stejskal

Stadlob 129
8812 Mariahof
Telefon: 0043 664/8321337
E-Mail: naturparke (at) steiermark.com
Web: www.naturparke-steiermark.at

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