ALMerLEBEN

Der Natur ihren Platz - den Menschen der Genuss!

Von Pernegg im Murtal bis Koglhof im Feistritztal, vom Schöckl bis zum Rennfeld über acht Gemeinden bietet der Naturpark Almenland eine Vielfalt an landschaftlichen Eindrücken. Felsig schroff in der Bärnschützklamm und am Hochlantsch, südlich sanft die Streuobstwiesen um Fladnitz und Passail. Das Herzstück des Naturparks sind natürlich die Almen.

125 Almweiden am Stück, von der Tyrnauer Alm über die Teichalm und die Sommeralm bis zur Brandlucken – das ist Europa-rekord!  Fast 3000 Almpfleger (auf vier Beinen) halten das Almparadies von Juni bis September in Schuss. Kühe, Kälber, Ochsen und  Pferde der Bauern rund ums Almgebiet verbringen hier ihre Sommerfrische und leisten einen unbezahlbaren Dienst für den Naturpark.

Vielfältig wie die Landschaft ist auch die Tier- und Pflanzenwelt. Der behäbige Auerhahn, das quirlige Haselhuhn oder das flinke Wiesel zeigen sich nur dem geduldigen Entdecker, während man die imposanten Steinböcke nicht selten direkt an den Wanderwegen antrifft.
Überraschend auch die einzigartige Vielfalt an Orchideen im Almengebiet. Vor fleischfressenden Pflanzen müssen sich allerdings nur winzige Insekten im Teichalm-Moor fürchten, wenn der Sonnentau seine Blätter verführerisch entfaltet.

Durch die verschiedenen Angebote - unsere Naturparkerlebnisprogramme - können Sie die Landschaft, die Tiere, die Wiesen und Wälder näher kennenlernen und einiges darüber erfahren.

Was ist ein Naturpark

Ein Naturpark ist ein geschützter Landschaftsraum, der aus dem Zusammenwirken von Mensch und Natur entstanden ist. Oft handelt es sich um Landschaftsräume, die im Laufe von Jahrhunderten die heutige Gestalt bekommen haben und durch die Menschen, die hier leben und wirtschaften, durch schonende Formen der Landnutzung und der Landschaftspflege erhalten werden sollen. 

Das gesetzliche Ziel der Naturparke ist der Schutz einer Landschaft in Verbindung mit deren Nutzung. Dabei sollen besonders wertvolle, charakteristische Landschaftsräume vor einer Zerstörung bewahrt und entwickelt werden. Die Auszeichnung einer ländlichen Region mit dem Prädikat „Naturpark“ erfolgt durch die jeweilige Landesregierung und stellt an die Region folgende Aufgaben:

Schutz und Weiterentwicklung

Der Naturraum soll durch nachhaltige Nutzung in seiner Vielfalt Schönheit gesichert und die durch Jahrhunderte geprägte Kulturlandschaft erhalten werden.
Zum Beispiel durch: Naturkundliche Information, Schutzgebietmanagement, Forschungsprojekte

Erholung

Es sollen dem Schutzgebiet und dem Landschaftscharakter entsprechend, attraktive und gepflegte Erholungseinrichtungen angeboten werden.
Zum Beispiel: Wanderwege, Rad- und Reitwege, Rast- und Ruheplätze, Erlebnisspielplätze

Bildung

Durch spezielle Angebote sowie durch interaktive Formen des Naturbegreifens und -erlebens sollen die Natur, die Kultur und deren Zusammenhänge erlebbar gemacht werden.
Zum Beispiel durch: Themenwege, Erlebnisführungen, Seminare, Brauchtumspflege

Regionalentwicklung

Über den Naturpark sollen Impulse für eine regionale Entwicklung gesetzt werden, um damit die Wertschöpfung zu erhöhen und die Lebensqualität zu sichern.
Zum Beispiel durch:Zusammenarbeit, Arbeitsplätze, Naturparkprodukte, Naturpark-Gaststätten

Der Naturpark Almenland

Das Almenland ist der jüngste der sieben Naturparke in der Steiermark. Der Beschluss seitens der Steiermärkischen Landesregierung die Region für die besondere Kulturlandschaftsform der bewirtschafteten Almen auszuzeichnen, fiel im Jahr 2006. Die Prädikatsverleihung fand am 17. Juni 2007 auf der Teichalm statt.

Die Auszeichnung einer ländlichen Region mit dem Prädikat "Naturpark" erfolgt durch die jeweilige Landesregierung. 

Die Aufgaben vom Naturpark Almenland sind die Bewahrung dieser alten Kulturlandschaft (von Menschen über Jahrhunderte gestaltet und noch heute von der Landwirtschaft sinnvoll genutzt) zB durch die teilweise Wiederherstellung der offenen Almlandschaft. Wichtig ist auch, dass überlieferte Arbeitstechniken, wie Schindeln kliabn, Brunntrog aushacken, Sensen mähen, Bänderzaun machen und Heu hiefeln, sowie traditionelle, bäuerliche Wirtschaftsweisen lebendig gehalten werden. Das kann zB durch den verstärkten Verkauf von regionalen Produkten im Naturpark erreicht werden. Wichtige Projekte sind die ALMO-Qualitätsrindfleisch-Erzeugung, Initiativen im Bereich erneuerbare Energie und Holzveredelung.

Auszeichnung für die Region

Die Verleihung des Titels „Naturpark“ ist eine hohe Auszeichnung für unsere Region, für die gestaltete Kulturlandschaft, wie sie charakteristisch für das Almenland ist. So wie die Landschaft von Menschenhand gestaltet wurde, so wird sie anerkannt und geschätzt mit allen Veränderungen, die die Zeit mit sich bringt.

Am 12. August 2006 wurden die steirischen Gemeinden Arzberg, Breitenau am Hochlantsch, Fladnitz an der Teichalm, Gasen, Haslau bei Birkfeld, Hohenau an der Raab, Koglhof, Naintsch, Passail, Pernegg an der Mur, St. Kathrein am Offenegg, Tulwitz und Tyrnau vom Land Steiermark mit dem Prädikat „Naturpark Almenland“ ausgezeichnet. Der Naturpark Almenland erstreckt sich vom Rabenwald im Osten bis zur Bärenschützklamm im Westen. Alle 13 Gemeinden, die im Almenland liegen und die vom Landschaftstyp Gemeinsamkeiten aufweisen, sind im Naturpark Almenland eingebunden.

Die Prädikatsverleihung fand am 17. Juni im Rahmen eines großen Festaktes auf der Teichalm statt.

Zahlen, Daten und Fakten

Der Naturpark Almenland ist das größte zusammenhängende Niedrig-Almweidegebiet in Europ, auf einer Seehöhe von 464 bis 1720 m Seehöhe. Auf einer Fläche von 253 km² leben 14.500 Einwohner in sechs Gemeinden.

Leitthema: ALMerLEBEN - "Der Natur ihren Platz - für die Menschen den Genuss"

Leitprodukt: ALMO und vielfältige Rindfleischspezialitäten

Pflanzen- und Tierwelt: Hochmoorbiotop mit Sonnentau, Orchideen, Silikatflora am Kirchkogel, Alpenbock, Schwarzstorch, Eisvogel, Auerwild und Steinböcke

Naturjuwele: Bärenschützklamm, Raabklamm, Teichalm Latschenhochmoor, Hohenauer Ochsenhalt

Schutzgebiete: Naturschutzgebiet Teichalm Hochmoor, Natura2000-Europaschutzgebiet Raabklamm, Natura2000 am Kirchkogel in Pernegg, Naturdenkmal Bärenschützklamm

Download Steckbrief (PDF 1,5 MB)

Natura 2000 Gebiete

Natura 2000 ist ein EU-weites Netzwerk von mehr als 25.000 Schutzgebieten, das besonders gefährdete Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume schützen und erhalten soll. 

Natura 2000 unterscheidet zwei Arten von Schutzgebieten:

  • die aufgrund der Vogelschutz-Richtlinie unmittelbar von den Mitgliedsstaaten ausgewiesenen Gebiete
  • sowie die von den Mitgliedsstaaten aufgrund der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie vorgeschlagenen und in einem dreistufigen Verfahren von der Gemeinschaft ausgewählten Gebiete 
     

Es gibt Europaschutzgebiete (ESG) im Naturpark Almenland.

ESG 9: Raabklamm

  • Größe: 555,1 ha
  • Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Weiz
  • Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Arzberg, Gutenberg, Mortantsch, Naas

Die Raab ist der wohl am stärksten verbaute Fluss in Österreich. Über 20 Staustufen oder Sohlschwellen und ein mit Steinwürfen ausgestaltetes Bett mit einer Flußlaufverkürzung von ca. 40  auf nunmehr 95 steirischen Fluß-Kilometern, wurden zwischen 50er und 80er Jahren angelegt. Nur noch 14 % der österreichischen Raab fliesen frei und naturnah. Dazu gehört ein Teil der Raab im Bezirk Weiz, wo sie sich zwischen Schöcklkalken (ca. 350 Mio Jahre alt) und kristalinem Urgebirgsteilen hindurchzwängt und die Raabklamm bildet. In den zahlreichen Karst-Höhlen der Raabklamm finden Fledermäuse ausgezeichnete Winterquartiere vor.

Die Berg- und Naturwacht Weiz unter Franz Schlögl kümmert sich um die Raabklamm und organisiert Führungen durch die Schlucht. Genaueres findet man unter http://www.raabklamm.at/.

ESG 13: Kirchkogel bei Pernegg

  • Größe: 45,7 ha
  • Bezirke des Natura 2000-Gebietes: Bruck – Mürzzuschlag
  • Gemeinden des Natura 2000-Gebietes: Pernegg an der Mur

Ein wertvolles Relikt in Pernegg an der Mur

Der Kirchkogel selbst stellt eine große, von einem mächtigen Ampholitmantel überlagerte Serpentinmasse dar. Serpentin gilt neben Schwermetall, Dolomit und Salzböden als Prototyp eines ökologischen Extremstandortes. Die schütter bestockten Serpentinhänge sind als Reliktstandort ersten Ranges aufzufassen. Das Gebiet zeichnet sich durch Vegetationstypen aus, die sowohl für sich selbst als auch durch den Mosaikkomplex mit völlig gegensätzlichen Kontaktgesellschaften auf engem geografischen Raum (z.B. Schluchtwälder und bodensaure Hainsimsen-Buchenwälder) als einzigartig für Mitteleuropa anzusehen sind.

Auf Serpentin …

Speziell anzumerken sind hier auch die kiefernreichen Dauerwaldgesellschaften, der Serpentin-Alpenrosen-Föhrenwald sowie die felsigen Trockenrasenbestände in der Ausprägung vor Ort über Serpentin. Auf extrem steilen, flachgründigen Gneis-Amphibilit-Standorten finden wir die Buchenwälder mit den charakteristischen Arten Waldmeister und Hainsimse. Vereinzelt findet man in den Waldauflockerungen eine typische Felsspalten- und Trockenrasenflora.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Seit dem Jahr 2007 darf sich das Almenland offiziell Naturpark Almenland nennen. Dem Naturpark gehören 6 Gemeinden an.  Die Aufgaben des Naturparks Almenland sind: Schutz und Weiterentwicklung der Landschaft, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung.

Naturpark Almenland

8163 Fladnitz an der Teichalm 100
Telefon: 0043 (0)3179/23 000-28
Fax: 0043 (0)3179/23 000-20
E-Mail: naturpark (at) almenland. at
Web: www.almenland.at

§ 8 - Steiermärkischen Naturschutzgesetzes

Das Almenland ist ein allgemein zugänglicher Landschaftsraum, der durch das Zusammenwirken natürlicher Faktoren besonders günstige Voraussetzungen für die Vermittlung von Wissen über die Natur und für die Erholung bietet. Die Region wurde zu einem Landschaftsschutzgebiet (§ 5 Abs.2 lit.a, §§ 6 und 7) erklärt und der Erlebnis- sowie Bildungs- und Erholungswert für die Menschen wird durch Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen, wie z.B. durch Anlage von Wanderwegen, Naturlehrpfaden, Tiergehegen, botanischen Gärten, Rastplätzen, Ruhezonen, Aussichtspunkten und Spielwiesen auf Grund eines Landschaftspflegeplanes (§ 31) gesteigert.

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